Noten sind toll ?!

Long time no see….

Es sei nur ganz kurz folgende Szene geschildert:

Man sitzt friedlich an einem der Lehrerzimmer PCs und bekommt folgendes Gespräch zwischen zwei Kollegen mit:

Sie: Der Willibald (Name selbstredend geändert) steht schriftlich und mündlich zwischen zwei und drei. Was mach ich denn jetzt?

Er: Ja, musst du entscheiden. Wie sieht’s denn schriftlich aus?

Sie: Zwei minus

Er: Na dann….

Sie: Ach, ich geb ne drei. Dann bin ich auf der sicheren Seite!

—-

Bitte, was ist das denn für ein ScheißhausBlödsinnsargument…

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Ein Gedanke zu “Noten sind toll ?!

  1. Über im Schuldienst tätige KollegInnen höre ich immer wieder von (nicht nur Noten-)Diskussionen vergleichbaren Inhalts und Stils. Mich erschüttert in dem Zusammenhang am meisten, mit wie wenig Bewusstsein das Machtmittel der Notenvergabe eingesetzt wird. Es scheint eine derart große emotionale Distanz zwischen Lehrer und Schüler zu liegen, dass Verwerfungen in den Gemütern der Kinder ob solcher aus dem Ärmel geschüttelten Bewertungen die Lehrkraft gar nicht wieder erreichen. Wenn das der Fall ist und die eigenen Handlungen keine erkennbaren Spuren zu hinterlassen scheinen, dann wird zukünftig um so gnadenloser bewertet. Wahrscheinlich rührt dort der Zynismus her, der in den Kollegien bayerischer Gymnasien so epidemisch zu grassieren scheint.

    Andererseits stellen wir immer wieder fest, wie weitgehend Eltern in sinnfälliger Zusammenarbeit mit ihren Kinder – also eine kluge Vorgehensweise vorausgesetzt – Einfluss auf die Notenvergabe der Lehrer nehmen können. Steht etwa die Versetzung auf der Kippe und werden Lehrkräfte über Bemühungen des Schülers, Entwicklungen der zurückliegenden Wochen/Monate oder sonstige prognoserelevante Rahmenbedingungen informiert, dann wird in der Regel auch besser als der tatsächliche Notenschnitt bewertet. Und die Versetzung ist gerettet. Fänden diese Gespräche bei identischer Ausgangslage nicht statt, würde das Kind vermutlich sitzenbleiben. – Das ist doch ein starkes Stück, oder?

    Nunja, einerseits ist es sehr löblich, dass Lehrer sehr wohl zugänglich und willens sind, ihre Notenentscheidungen auch pädagogisch-entwicklungspsychologisch zu unterfüttern. Andererseits erwächst daraus eine riesengroße Ungerechtigkeit. Denn wie viele Eltern gibt es, die so einen Weg nie gehen würden, weil sie sich eine solche Vorgehensweise gar nicht vorstellen können. Weil sie nicht an deren Erfolg glauben. Und sich eine solche Ungerechtigkeit des Schulsystems gar nicht denken können …

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